Der Weg in die Selbstständigkeit war für die strategische Beraterin Nathalie Matrak lange kein klarer Plan, sondern eher ein leiser Gedanke im Hintergrund. In ihrer Familie spielte Selbstständigkeit kaum eine Rolle, konkrete Vorbilder gab es nicht. Auch wenn ihre ältere Schwester diesen Schritt gegangen war, fehlte der enge Austausch – und damit zunächst auch die Vorstellung, dass dies ein realistischer Weg für sie selbst sein könnte.
Der leise Anfang eines eigenen Weges
Und doch war da früh dieses Gefühl, dass ein klassisches Angestelltenleben nicht wirklich zu ihr passt. Nathalie beschreibt sich selbst als Freigeist – jemand, der Dinge hinterfragt, Strukturen nicht einfach hinnimmt und ein starkes Bedürfnis nach Eigenständigkeit in sich trägt. Oft formulierte sie diesen Gedanken mit einem Lächeln: dass sie sich eigentlich selbstständig machen müsste – wenn sie nur wüsste, womit und wie.
Lange blieb diese Idee jedoch im Hintergrund. Andere Themen standen im Vordergrund, der Weg schien nicht greifbar. Nathalie studierte Sozialpädagogik, absolvierte verschiedene Weiterbildungen – doch die Verbindung zu einem eigenen Business war zunächst nicht sichtbar.
Der erste konkrete Impuls entstand, als sie auf das Konzept der Virtuellen Assistenz stieß. Zum ersten Mal wurde Selbstständigkeit greifbar, nicht mehr nur als vage Vorstellung, sondern als realistische Möglichkeit. Es war dieser Moment, der eine Tür öffnete – und von dort aus begann sich Schritt für Schritt ein Weg zu entwickeln, der schließlich in ihr heutiges Business führte.
Der Moment, in dem ein innerer Widerspruch nicht mehr zu übergehen ist
Es war kein einzelner, klar definierter Auslöser, der Nathalie in die Selbstständigkeit geführt hat – sondern ein schleichender Prozess, der irgendwann nicht mehr zu ignorieren war. Über mehrere Jahre hinweg arbeitete sie in einem Angestelltenverhältnis, das nach außen betrachtet vieles erfüllte: ein gutes Einkommen, vermeintliche Freiheiten, Stabilität.
Und doch entstand parallel ein wachsender innerer Widerspruch. Nathalie spürte zunehmend, dass sie in einem Umfeld tätig war, das nicht mit ihren eigenen Werten übereinstimmte. Dass sie funktionierte – aber nicht wirklich im Einklang mit dem, wofür sie stand.
Irgendwann wurde dieser Zustand so deutlich, dass eine Entscheidung unausweichlich wurde. Nach neun Jahren im Unternehmen ging sie – bewusst und konsequent, ohne konkreten Plan und ohne die Sicherheit eines nächsten Schrittes.
Was folgte, war zunächst keine klare Richtung, sondern eine Phase des Innehaltens. Zeit, um wieder Stabilität zu finden und den Blick nach vorne zu richten. In dieser Phase stellte sie sich eine grundlegende Frage: Was ist eigentlich mein großes Warum?
Die Antwort kam überraschend klar. Nathalie wollte ortsunabhängig leben und arbeiten. Dieser Gedanke wurde zum inneren Anker – und brachte eine neue Klarheit in ihre nächsten Schritte. Aus dieser Erkenntnis heraus entstand die Entscheidung, ein eigenes Online-Business aufzubauen.
Der Weg dorthin begann pragmatisch. Ohne Vorerfahrung in Selbstständigkeit oder Unternehmertum meldete sie sich zunächst arbeitslos, nutzte ein Gründercoaching und entwickelte Schritt für Schritt einen Business- und Finanzplan. Es folgte die Gründung – und von dort aus ging es weiter, Schritt für Schritt.
Rückblickend beschreibt Nathalie diese Zeit nicht als geradlinig, sondern als Lernprozess. Vieles war neu, vieles mit Unsicherheit verbunden. Doch genau darin lag auch eine zentrale Erkenntnis: Man muss nicht alles im Voraus wissen. Entscheidend ist, den ersten Schritt zu gehen – und dann weiterzugehen.
Nicht geradlinig – aber konsequent auf dem eigenen Weg
Nathalies Weg war alles andere als geradlinig. Vielmehr ist er geprägt von Brüchen, Entscheidungen und Momenten, in denen sie sich immer wieder neu orientieren musste.
Sie wuchs in einem Scheidungshaushalt auf – zu einer Zeit, in der das noch deutlich ungewöhnlicher war als heute. Mit 17 Jahren zog sie von zu Hause aus und begann, ihr Leben weitgehend eigenständig zu gestalten. Ein stabiles finanzielles oder familiäres Sicherheitsnetz gab es nicht. Sicherheit wurde dadurch zu einem Thema, das sie lange begleitete – oft als leises Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Stabilität und dem Drang nach Eigenständigkeit.
Auch wenn sie nach außen immer wieder mutige Entscheidungen traf, war innerlich nicht immer alles klar oder sicher. Und doch ging sie ihren Weg weiter. Sie reiste allein ans andere Ende der Welt, war mit dem Camper unterwegs, verbrachte während eines Lockdowns mehrere Wochen mit fremden Menschen in Neuseeland und zog insgesamt rund zwanzig Mal um.
Es sind Erfahrungen, die von außen betrachtet nach Freiheit und Abenteuer wirken – und die gleichzeitig zeigen, wie sehr sie bereit war, sich auf Veränderungen einzulassen, auch wenn diese nicht immer mit Sicherheit verbunden waren.
Und trotzdem beschreibt Nathalie die Selbstständigkeit als ihr größtes Abenteuer. Vielleicht gerade deshalb, weil sie hier nicht nur äußere Entscheidungen trifft, sondern sich immer wieder auch innerlich neu ausrichtet.
Heute blickt sie anders auf Herausforderungen. Sie gehören zum Leben dazu – unabhängig davon, ob man angestellt ist oder selbstständig arbeitet. Die entscheidende Frage ist für sie nicht, ob es Herausforderungen gibt, sondern für welches Leben man bereit ist, sie anzunehmen.
Ein Business wächst mit – und nimmt Schritt für Schritt Form an
Die ersten Ideen für ihr Business waren bei Nathalie schnell präsent. Und doch zeigt ihre Erfahrung klar: Ein Unternehmen braucht Zeit, um wirklich Form anzunehmen.
Auch heute versteht sie ihr Business nicht als fertiges Konstrukt, sondern als etwas, das sich stetig weiterentwickelt. Denn genauso wie sie selbst als Unternehmerin wächst, verändert sich auch ihr Business. Für Nathalie liegt genau darin ein wesentlicher Teil der Faszination – in diesem fortlaufenden Prozess, der nie ganz abgeschlossen ist.
Gleichzeitig betont sie, wie wichtig es ist, realistische Erwartungen an den Aufbau eines stabilen Unternehmens zu haben. Ein bis zwei Jahre sind aus ihrer Sicht ein sinnvoller Zeitraum, um wirklich anzukommen – abhängig vom eigenen Hintergrund und der jeweiligen Branche. In dieser Phase entsteht nicht nur ein Angebot, sondern vor allem ein tiefes Verständnis: für den Markt, für die eigenen Kund:innen und für die eigene Rolle als Unternehmerin.
Mit jeder Erfahrung wächst die Klarheit. Entscheidungen werden bewusster, die Ausrichtung schärfer. Und genau daraus entwickelt sich nach und nach ein Business, das sich nicht nur funktioniert – sondern sich wirklich stimmig anfühlt.
Ein Business, das mit der eigenen Persönlichkeit im Einklang steht. Und genau das ist es, was auch nach außen spürbar wird.
Die ersten Kund:innen – gewachsen aus Vertrauen und Nähe
Nathalies erste Kund:innen entstanden nicht durch komplexe Strategien, sondern auf eine sehr natürliche Weise: über ihr bestehendes Netzwerk und persönliche Kontakte. In Gesprächen teilte sie, dass sie sich selbstständig macht und in welchem Bereich sie arbeitet – und genau daraus entwickelten sich die ersten Anfragen und Projekte.
Es war kein lauter Start, sondern ein leiser, organischer Beginn. Menschen, die sie bereits kannten, bekamen ein Gefühl dafür, wofür sie steht und wie sie arbeitet. Vertrauen entstand nicht durch Marketing, sondern durch Verbindung.
Mit der Zeit kamen Empfehlungen hinzu – bis heute einer der wertvollsten Wege für Nathalie, neue Kund:innen kennenzulernen. Denn wenn jemand über eine Empfehlung zu ihr findet, ist oft bereits eine gewisse Basis da: ein erstes Vertrauen, eine Offenheit, die den Einstieg in die Zusammenarbeit spürbar leichter macht.
Für Nathalie zeigt sich darin etwas Grundlegendes: Ein Business wächst nicht nur durch Sichtbarkeit, sondern vor allem durch echte Beziehungen.
Vom Ausprobieren zur klaren Ausrichtung
Zu Beginn war Nathalies Arbeit bewusst breiter angelegt. Wie bei vielen, die ein eigenes Business aufbauen, ging es zunächst auch darum, herauszufinden, wo die eigenen Stärken am klarsten wirken und welche Themen wirklich tragen. Ihr Angebot, ihre Positionierung, sogar die eigene Beschreibung – all das hat sich im Laufe der Zeit mehrfach verändert.
Mit jeder Erfahrung wurde der Fokus jedoch klarer.
Heute arbeitet Nathalie vor allem mit Menschen und Unternehmen, die sich in einer besonderen Phase befinden – einem Zustand, den sie selbst als „das Dazwischen“ beschreibt. Nicht mehr dort, wo sie einmal waren, aber auch noch nicht an dem Punkt, an den sie eigentlich möchten. Es ist eine Übergangsphase, geprägt von Unsicherheit, aber auch von Möglichkeiten.
Ihre Arbeit hat sich dadurch nicht nur weiterentwickelt, sondern ist zugleich klarer und strategischer geworden. Sie weiß heute sehr genau, mit welchen Menschen sie arbeiten möchte – und ebenso, mit wem nicht. Eine Entscheidung, die zunächst ungewohnt wirken kann, sich jedoch als zentral erwiesen hat.
Denn anstatt weniger Möglichkeiten zu schaffen, führt diese Klarheit zu mehr Passung. Nathalie erreicht heute genau die Menschen, für die ihre Arbeit wirklich gedacht ist – und mit denen echte, wirksame Veränderung möglich wird.
Zwischen Zweifel und innerer Klarheit
Zweifel gehörten für Nathalie immer wieder zu ihrem Weg – und sie spricht offen darüber. Denn Selbstständigkeit bedeutet nicht nur Freiheit und Gestaltungsspielraum, sondern auch Verantwortung, Unsicherheit und Entscheidungen, deren Ausgang nicht immer vorhersehbar ist.
Gerade in den ersten Phasen tauchen viele Fragen auf. Richtungen müssen gewählt werden, ohne dass es klare Garantien gibt. Es ist ein Prozess, der Mut erfordert – und die Bereitschaft, sich immer wieder neu auszurichten.
Was Nathalie in diesen Momenten trägt, ist ihr innerer Antrieb. Eine klare Vorstellung davon, warum sie diesen Weg überhaupt gegangen ist. Es ist nicht nur der Wunsch nach einem funktionierenden Business, sondern nach etwas Größerem: nach Selbstbestimmung und der Möglichkeit, das eigene Leben bewusst zu gestalten.
Für sie bedeutet Selbstständigkeit auch, sich der eigenen Angst nicht zu entziehen, sondern ihr zu begegnen. Sie wahrzunehmen, auszuhalten und dennoch weiterzugehen. Genau darin liegt für sie eine Form von Selbstermächtigung.
Dieser Gedanke hat sie immer wieder zurück zu sich selbst geführt – und zu der Klarheit, warum sie diesen Weg gewählt hat.
Sehen Sie sich hier unser Portrait über Nathalie Matrak an.


